NUR EIN SATTER BEAGLE IST EIN ZUFRIEDENER BEAGLE

11. November 2009

Die närrische Zeit

Mir wäre es heute morgen gar nicht aufgefallen, wenn mein Herrchen nicht um 11.11 Uhr gesagt hätte: “Oh Gott, jetzt geht das wieder los”.

Da habe ich mich erinnert: vor zwei Jahren wurde mir das einmal angetan. Da schleppten Herrchen und Frauchen mich zu so einem “Umzug” mit.
Wohl noch ein pädagogisches Überbleibsel aus der Welpenschule im Kopf, hörte ich mein Frauchen sagen: “Der Riley muss daran gewöhnt werden, sich unter vielen Menschen zu bewegen”. Alles klar Frau Kommissar.
Konnte mir schon denken, auf was das hinausläuft: Ich sollte zum Schoßhündchen mutieren. Der nächste Schritt wäre dann der sonntägliche Spaziergang in der verkaufsoffenen Stadt gewesen, wo ich mit Herrchen vor jedem zweiten Schaufenster bei Fuß gestanden hätte, während Frauchen sich mit wachsender Begeisterung ihre dritten Paar Schuhe für den Monat schmackhaft redet, die dann letztendlich auch (k)einen Platz in ihrem Schuhschrank finden – Hauptsache weit weg von mir, damit ich nicht dran rumknabbere (ja… ich gestehe, hab ich als kleiner Welpe öfters mal gemacht).
Und nach der schrecklichen Schoppingtour muß ich womöglich schön brav im Restaurant unterm Tisch liegen, während sich die Herrlichkeiten den Wanst vollstopfen.

Aber da haben sie wieder einmal die Intelligenz eines Beagle gnadenlos unterschätzt.

Also, wie gesagt: “Umzug”
Sind wir mal ehrlich. Die meisten Zweibeiner sehen auch ohne Maskerade schon dämlich genug aus. Was ich da erleben musste, toppte alles. Lustig und fröhlich nennen sie das, wenn sie in meist albernen Verkleidungen und zu schrecklichen Klängen (die Zweibeiner nennen das “Karnevalsmusik“) sich, unter Zuhilfenahme von Unmengen alkoholischer Getränke, erst ihres guten Anstandes und zuletzt jeglicher Hemmungen entledigen. Wen bis dahin keine Apfelsine - oder besser etwas härteres, welches ständig von den “Umzugswagen” in die Menge fliegt - am Kopf getroffen und somit wieder zur Besinnung gebracht hat, verfällt vollends dem kollektiven Wahnsinn.

Selbst die kleinen Zweibeiner sind kaum zu bremsen. Raffen die “Kamellen” in Plastiktüten, vor denen Mama und Papa das ganze Jahr warnen: “Das macht schlechte Zähne”.
Aber Mama, verkleidet als “Vamp”, knutscht vermutlich gerade mit Karl - Gustaf in der Hülle des “Zorro“. Und Papa, heute einmal dezent als Glark Gable sich „vom Winde verweht“ fühlend, greift Liesel von nebenan unter ihr viel zu enges “Elfen - Röckchen”.
Kann euch sagen: das braucht kein Mensch - pardon Hund. Aber ein gutes hatte es dennoch. Wo sonst bekommt man die Möglichkeit geboten sich in einem Feldversuch soviel über die menschliche Psyche anzueignen? Hellau.

Ach ja, dieses pädagogische Gekasper hab ich natürlich früh genug unterbinden können. Heute bin ich völlig autonom in meinem Handeln.

Keine sonntäglichen Spaziergänge, keine Restaurantbesuche - und vor allem: keine Menschenmengen zu Karneval!

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